Wenn das Virus aus dem Labor stammt ...

.. müssen ganz andere Überlegungen angestrengt werden. Die Labortheorie gilt heute nicht mehr als eine Verschwörung, sie wird ernsthaft diskutiert. Auch bei der Sars-Pandemie von 2003, war der Erreger gleich zwei Mal aus einem Pekinger Forschungsinstitut entkommen, worauf sich neun Menschen infizierten und einer starb. Wir müssen uns fragen, was die Gain-of-function – Forschung bezweckt. Sie arbeitet im Reagenzglas an der Beschleunigung von Mutationsprozessen von Bakterien oder Viren, um neu auftretende Infektionskrankheiten besser vorhersagen und Impfstoffe entwickeln zu können. Ihre Geschichte reicht bis an den Anfang des letzten Jahrhunderts und war immer auch unter militärischen Gesichtspunkten, als Biowaffenentwicklung zu sehen. Das Genfer Protokoll von 1925 und selbst die Ratifizierung der Biowaffenkonvention im Jahr 1975 waren zu ungenau um die Entwicklung humangängiger Viren zu unterbinden. Denn: Viren besitzen nicht alle Merkmale des Lebens. Im Jahr 2014 hatte das Weiße Haus ein Moratiorium für die Gain-of-Function (GoF) – Forschung zu Influenza, Mers und Sars verhängt, 2017 wurde es durch das National Research Coucil wieder aufgehoben. Über all diese Jahre äußerten Wissenschaftler und Experten für Bioethik der synthetischen Virologie Bedenken hinsichtlich der doppelten Nutzung der GoF-Forschung, also der zivilen und der militärischen Nutzung. In kriegerischen Zeiten um so beunruhigender. Mit der Hamburger Erklärung 2022 haben sich 50 Wissenschaftler öffentlich zu Wort gemeldet, und zur Beendigung der hoch risikoreichen „Gain-of-function“-Forschung an Krankheitserregern mit weltweitem Pandemie-Potential aufgerufen. Ulrich Allroggen hat sie für uns eingelesen.

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