ARD manipuliert Gebührenzahler mit Long-Covid-Gruselgeschichte

ARD manipuliert Gebührenzahler mit Long-Covid-Gruselgeschichte

26.09.2022 – Reitschuster.de

Erinnern Sie sich noch an Claas Relotius? Den Spiegel-Reporter, der einen Journalisten-Preis nach dem anderen einheimste? Und bei dem sich dann herausstellte, dass ein großer Teil seiner Geschichten frei erfunden war. Was ihn nicht hinderte, sich später als Opfer darzustellen.

An den Fall Relotius fühlen sich Kritiker erinnert durch eine neue, unglaubliche Geschichte bei der ARD. Dort präsentiert der gelernte Arzt, Autor und Corona-Aktivist Eckart von Hirschhausen, dessen Stiftung von Bill Gates 1,4 Millionen Euro kassierte, in einer Sendung über „Long Covid“ ein Kind, das angeblich Opfer dieser Krankheit sein soll. In einem Videobeitrag heißt es: „Olivia kann seit Wochen das Bett nicht mehr verlassen, sie kann nicht alleine stehen, nicht aufrecht sitzen, kein Glas Wasser halten“. Kinder seien besonders häufig mir Corona infiziert, so der Eindruck, den der Film vermittelt. Es ist eine Grusel-Geschichte, die den Zuschauern massive Furcht einjagt. Bei der jeder Angst um die eigenen Kinder bekommt. Das Problem ist nur: Die Geschichte ist hoch manipulativ, wie jetzt Recherchen von Bastian Barucker ergeben haben.

Es beginnt damit, dass Kinder nur sehr, sehr selten an Corona schwer erkranken. Was in dem Film mit keinem Wort erwähnt wird. Was Barucker alles herausgefunden hat, ist höchst spannend: Olivia, deren Schicksal in dem Film gezeigt wird, ist mit 12 Jahren vor (!) ihrer Corona-Infektion im Januar dieses Jahres geimpft worden. Von Hirschhausen verschweigt dies in seinem Beitrag. Warum? Herausfinden ließ sich das mit der Impfung, weil die in dem Film gezeigte Mutter Birte Müller ist. Sie ist freie Autorin, unter anderem für die taz. Und sie vermarktet seit Jahren ihren behinderten Sohn Willi. Müller schrieb Mitte März in der „taz“: „Trotzdem sind meine Gedanken woanders. Vor zehn Wochen ist meine Familie an Covid-19 erkrankt. Alle waren voll geimpft, keiner hatte einen schweren Verlauf.“

Die im Film gezeigte Olivia ist, wie die Mutter früher berichtete, „hyperkreativ“ und leidet unter dem „Prinzessinnen-Syndrom“. Als solches bezeichnet man den unbewussten Wunsch von Frauen, sich zu jeder Zeit beschützt und geborgen fühlen zu wollen. Die Wurzel dieses Verhaltens sieht Colette Dowling, die als Entdeckerin des Syndroms gilt, in der Erziehung sowie durch sozialen bzw. religiösen Druck.

Olivia hatte bereits früher schauspielerische Leistungen vor der Kamera absolviert. Barucker schreibt auf Twitter: „Olivia, die kindliche Protagonistin der ARD-Sendung zum Thema LongCovid, ist in der WDR Sendung „Kinder“ ebenfalls eine Protagonistin und dort mehrfach zu sehen. Sie erklärt dort Dinge und ist schauspielerisch tätig. Wie hat @DasErste die Menschen für ihre Doku ausgewählt?“ 

– was nun Kritiker zu dem Verdacht animiert, dass sie diese auch in dem Long-Covid-Beitrag an den Tag legt. Denn bereits am 2. August 2022 schrieb die Mutter in der „taz“ einen Beitrag, demzufolge es Olivia dank Blutwäsche „nach Monaten mit Long Covid“ wieder besser geht. Also lange vor der Ausstrahlung der Sendung von Hirschhausens. Sehen Sie selbst:

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Er habe die Pressestelle der ARD, den WDR, die Autorin des Videos, Kristin Siebert und Birte Müller, Olivias Mutter, schon am Samstag freundlich angeschrieben, um den Sachverhalt zu klären, schreibt Bastian Barucker auf Twitter: „Offene Fragen: Warum wurde Olivias Impfstatus nicht erwähnt? Von wann sind die WDR-Videos, die 2022 mit Olivia erschienen?“
Barucker stellt in dem sozialen Netzwerk noch weitere Fragen zu dem Film: „Warum wurde bzgl. Long Covid bei Kindern keine einzige Statistik zur Häufigkeit und zur Diagnosestellung erwähnt, um Olivias Schicksal in Relation zu setzen? Wie wurde Olivia gecastet? Und ist es ethisch vertretbar, ein schwer krankes Kind so ins Rampenlicht zu stellen?“

Auch an von Hirschhausen stellt Barucker Fragen: Er „dokumentiert seine Corona-Infektion und beschreibt Gerinnungsstörungen, die er LongCovid zuschreibt. Sind Gerinnungsstörungen nicht auch eine Nebenwirkung der Impfung? Ist er nicht mehrfach geimpft?“


Bild: Shutterstock

ARD manipuliert Gebührenzahler mit Long-Covid-Gruselgeschichte

26.09.2022 – Reitschuster.de

Erinnern Sie sich noch an Claas Relotius? Den Spiegel-Reporter, der einen Journalisten-Preis nach dem anderen einheimste? Und bei dem sich dann herausstellte, dass ein großer Teil seiner Geschichten frei erfunden war. Was ihn nicht hinderte, sich später als Opfer darzustellen.

An den Fall Relotius fühlen sich Kritiker erinnert durch eine neue, unglaubliche Geschichte bei der ARD. Dort präsentiert der gelernte Arzt, Autor und Corona-Aktivist Eckart von Hirschhausen, dessen Stiftung von Bill Gates 1,4 Millionen Euro kassierte, in einer Sendung über „Long Covid“ ein Kind, das angeblich Opfer dieser Krankheit sein soll. In einem Videobeitrag heißt es: „Olivia kann seit Wochen das Bett nicht mehr verlassen, sie kann nicht alleine stehen, nicht aufrecht sitzen, kein Glas Wasser halten“. Kinder seien besonders häufig mir Corona infiziert, so der Eindruck, den der Film vermittelt. Es ist eine Grusel-Geschichte, die den Zuschauern massive Furcht einjagt. Bei der jeder Angst um die eigenen Kinder bekommt. Das Problem ist nur: Die Geschichte ist hoch manipulativ, wie jetzt Recherchen von Bastian Barucker ergeben haben.

Es beginnt damit, dass Kinder nur sehr, sehr selten an Corona schwer erkranken. Was in dem Film mit keinem Wort erwähnt wird. Was Barucker alles herausgefunden hat, ist höchst spannend: Olivia, deren Schicksal in dem Film gezeigt wird, ist mit 12 Jahren vor (!) ihrer Corona-Infektion im Januar dieses Jahres geimpft worden. Von Hirschhausen verschweigt dies in seinem Beitrag. Warum? Herausfinden ließ sich das mit der Impfung, weil die in dem Film gezeigte Mutter Birte Müller ist. Sie ist freie Autorin, unter anderem für die taz. Und sie vermarktet seit Jahren ihren behinderten Sohn Willi. Müller schrieb Mitte März in der „taz“: „Trotzdem sind meine Gedanken woanders. Vor zehn Wochen ist meine Familie an Covid-19 erkrankt. Alle waren voll geimpft, keiner hatte einen schweren Verlauf.“

Die im Film gezeigte Olivia ist, wie die Mutter früher berichtete, „hyperkreativ“ und leidet unter dem „Prinzessinnen-Syndrom“. Als solches bezeichnet man den unbewussten Wunsch von Frauen, sich zu jeder Zeit beschützt und geborgen fühlen zu wollen. Die Wurzel dieses Verhaltens sieht Colette Dowling, die als Entdeckerin des Syndroms gilt, in der Erziehung sowie durch sozialen bzw. religiösen Druck.

Olivia hatte bereits früher schauspielerische Leistungen vor der Kamera absolviert. Barucker schreibt auf Twitter: „Olivia, die kindliche Protagonistin der ARD-Sendung zum Thema LongCovid, ist in der WDR Sendung „Kinder“ ebenfalls eine Protagonistin und dort mehrfach zu sehen. Sie erklärt dort Dinge und ist schauspielerisch tätig. Wie hat @DasErste die Menschen für ihre Doku ausgewählt?“ 

– was nun Kritiker zu dem Verdacht animiert, dass sie diese auch in dem Long-Covid-Beitrag an den Tag legt. Denn bereits am 2. August 2022 schrieb die Mutter in der „taz“ einen Beitrag, demzufolge es Olivia dank Blutwäsche „nach Monaten mit Long Covid“ wieder besser geht. Also lange vor der Ausstrahlung der Sendung von Hirschhausens. Sehen Sie selbst:

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Er habe die Pressestelle der ARD, den WDR, die Autorin des Videos, Kristin Siebert und Birte Müller, Olivias Mutter, schon am Samstag freundlich angeschrieben, um den Sachverhalt zu klären, schreibt Bastian Barucker auf Twitter: „Offene Fragen: Warum wurde Olivias Impfstatus nicht erwähnt? Von wann sind die WDR-Videos, die 2022 mit Olivia erschienen?“
Barucker stellt in dem sozialen Netzwerk noch weitere Fragen zu dem Film: „Warum wurde bzgl. Long Covid bei Kindern keine einzige Statistik zur Häufigkeit und zur Diagnosestellung erwähnt, um Olivias Schicksal in Relation zu setzen? Wie wurde Olivia gecastet? Und ist es ethisch vertretbar, ein schwer krankes Kind so ins Rampenlicht zu stellen?“

Auch an von Hirschhausen stellt Barucker Fragen: Er „dokumentiert seine Corona-Infektion und beschreibt Gerinnungsstörungen, die er LongCovid zuschreibt. Sind Gerinnungsstörungen nicht auch eine Nebenwirkung der Impfung? Ist er nicht mehrfach geimpft?“


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