Bindchen-Gate: „Botschafter politischer Phrasen“

Bindchen-Gate: „Botschafter politischer Phrasen“

22.11.2022 – Reitschuster.de

Germany,Football,Supporter,On,Stadium.,German,Fans,On,Soccer,Pitch

Ein Gastbeitrag von Thilo Schneider

Doha– Mein „Erweckungserlebnis“ hatte ich im zarten Alter von sieben Jahren. Als die Nationalmannschaft – damals hieß sie noch so – die WM 1974 gewann. Wir waren alle Hoeness, Beckenbauer und Netzer. Ansonsten habe ich mich recht wenig für Fußball interessiert. EM – ja, WM – ja und später dann die Frage, wer hinter Bayern-München Zweiter in der Bundesliga wird.

So war es und so hätte es bleiben können. Die WM 2014 mit dem grandiosen Spiel gegen Brasilien und der Gewinn der Weltmeisterschaft war der fulminante Höhepunkt des DFB und der damaligen Nationalmannschaft, die damals schon nur noch schnöde „die Mannschaft“ hieß, weil national = böse und grenzt andere Nationen aus. Aber damals habe ich ihnen den Quatsch noch verziehen, denn wenigstens spielten sie Fußball.

Lächerlich wurde es ab der WM 2018

Da haben sie sich hingekniet, die Eleven, obwohl es in Deutschland in den vergangenen 100 Jahren keine schwarzen Sklaven gab und ab dann war das keine Mannschaft mehr, sondern nur noch eine Diversschaft, die weniger durch grandiose Spiele, als vielmehr durch politischen Quatsch auffiel, weil der DFB meinte, er müsse „Haltung zeigen“. Statt dafür zu sorgen, dass die Nationalmannschaft (ich nenne sie mal so!) gute Spiele abliefert. Aber nein: Das Regenbogenbindchen des Kapitäns, das ja stets „ein Zeichen setzte“ war wichtiger als die Ergebnisse auf dem Platz. Folgerichtig gings nach der Vorrunde bunt nach Hause. Das war nicht mehr meine Mannschaft, das war eine hochbezahlte Diversschaft, die mit viel Geld und wenig Leistung deutsche Moral in die Welt trug. Erst recht, wenn es billig war. Was haben „wir“ es den Ungarn gezeigt, diesen homophoben Orks, bei denen Homosexuelle noch nicht einmal Kinder adoptieren dürfen. Geht ja gar nicht.

Mit Fußball hat das alles natürlich nichts mehr zu tun. Die Diversschaft rutschte zum Botschafter politischer Phrasen ab und spielte nebenbei gar nicht so guten Fußball. Und jetzt das: Jetzt stehen sie da, die Billighelden gegen Ungarn. Da hat die FIFA doch glatt das so innig geliebte Regenbogenkapitänsbindchen verboten. Sauerei. Na gut, dann basteln sich DFB und UEFA eben ein anderes Bindchen, auf dem mit Regenbogenfarben unterlegt eine 1 für „One Love“ prangt. Stolz sagte Manuel Neuer vor nicht ganz 72 Stunden, er werde gay-proud und aufrecht trotzdem sein Bindchen tragen, er wisse den DFB hinter sich, nur, um dann einzuknicken, weil die FIFA ihm und seinen Mitbotschafter:Innen nun auch die abgespeckte Feiglingsversion des Bindchens verboten hat. Immerhin könnte er dafür nämlich Gelb sehen, ohne den Rasen überhaupt betreten zu haben. Eine Katastrophe. Am Ende muss ter Stegen dann noch ins Tor und ob der so ein Bindchen dann tragen mag, weiß man nicht.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Thilo Schneider, Jahrgang 1966, freier Autor und Kabarettist im Nebenberuf, LKR-Mitglied seit 2021, FDP-Flüchtling und Gewinner diverser Poetry-Slams, lebt, liebt und leidet in der Nähe von Aschaffenburg.

Bild: Shutterstock

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Ein Gastbeitrag von Thilo Schneider

Doha– Mein „Erweckungserlebnis“ hatte ich im zarten Alter von sieben Jahren. Als die Nationalmannschaft – damals hieß sie noch so – die WM 1974 gewann. Wir waren alle Hoeness, Beckenbauer und Netzer. Ansonsten habe ich mich recht wenig für Fußball interessiert. EM – ja, WM – ja und später dann die Frage, wer hinter Bayern-München Zweiter in der Bundesliga wird.

So war es und so hätte es bleiben können. Die WM 2014 mit dem grandiosen Spiel gegen Brasilien und der Gewinn der Weltmeisterschaft war der fulminante Höhepunkt des DFB und der damaligen Nationalmannschaft, die damals schon nur noch schnöde „die Mannschaft“ hieß, weil national = böse und grenzt andere Nationen aus. Aber damals habe ich ihnen den Quatsch noch verziehen, denn wenigstens spielten sie Fußball.

Lächerlich wurde es ab der WM 2018

Da haben sie sich hingekniet, die Eleven, obwohl es in Deutschland in den vergangenen 100 Jahren keine schwarzen Sklaven gab und ab dann war das keine Mannschaft mehr, sondern nur noch eine Diversschaft, die weniger durch grandiose Spiele, als vielmehr durch politischen Quatsch auffiel, weil der DFB meinte, er müsse „Haltung zeigen“. Statt dafür zu sorgen, dass die Nationalmannschaft (ich nenne sie mal so!) gute Spiele abliefert. Aber nein: Das Regenbogenbindchen des Kapitäns, das ja stets „ein Zeichen setzte“ war wichtiger als die Ergebnisse auf dem Platz. Folgerichtig gings nach der Vorrunde bunt nach Hause. Das war nicht mehr meine Mannschaft, das war eine hochbezahlte Diversschaft, die mit viel Geld und wenig Leistung deutsche Moral in die Welt trug. Erst recht, wenn es billig war. Was haben „wir“ es den Ungarn gezeigt, diesen homophoben Orks, bei denen Homosexuelle noch nicht einmal Kinder adoptieren dürfen. Geht ja gar nicht.

Mit Fußball hat das alles natürlich nichts mehr zu tun. Die Diversschaft rutschte zum Botschafter politischer Phrasen ab und spielte nebenbei gar nicht so guten Fußball. Und jetzt das: Jetzt stehen sie da, die Billighelden gegen Ungarn. Da hat die FIFA doch glatt das so innig geliebte Regenbogenkapitänsbindchen verboten. Sauerei. Na gut, dann basteln sich DFB und UEFA eben ein anderes Bindchen, auf dem mit Regenbogenfarben unterlegt eine 1 für „One Love“ prangt. Stolz sagte Manuel Neuer vor nicht ganz 72 Stunden, er werde gay-proud und aufrecht trotzdem sein Bindchen tragen, er wisse den DFB hinter sich, nur, um dann einzuknicken, weil die FIFA ihm und seinen Mitbotschafter:Innen nun auch die abgespeckte Feiglingsversion des Bindchens verboten hat. Immerhin könnte er dafür nämlich Gelb sehen, ohne den Rasen überhaupt betreten zu haben. Eine Katastrophe. Am Ende muss ter Stegen dann noch ins Tor und ob der so ein Bindchen dann tragen mag, weiß man nicht.

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich schätze meine Leser als erwachsene Menschen und will ihnen unterschiedliche Blickwinkel bieten, damit sie sich selbst eine Meinung bilden können.

Thilo Schneider, Jahrgang 1966, freier Autor und Kabarettist im Nebenberuf, LKR-Mitglied seit 2021, FDP-Flüchtling und Gewinner diverser Poetry-Slams, lebt, liebt und leidet in der Nähe von Aschaffenburg.

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